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Die Volksschule Edewecht - Vor 70 Jahren wurde die „schönste Schule des Ammerlandes“ gebaut

Vor 70 Jahren wurde die Volksschule Edewecht gebaut. Es wurde nach Meinung des damaligen Landrates die „schönste Schule des Ammerlandes“. Warum der Bau für die Gemeinde ein so wichtiger Schritt war.


Edewecht - Nach Meinung des damaligen Landrates Harry Wilters war es die „schönste Schule des Ammerlandes“: vor 70 Jahren wurde die Volksschule Edewecht an der Hauptstraße gebaut. Heute sind in den nach und nach erweiterten Gebäuden die Grundschule und die Astrid-Lindgren-Schule untergebracht. 1953 war der Neubau aus verschiedenen Gründen etwas ganz besonderes.


Die Schülerinnen und Schüler konnten sich damals auf das Ende der Sommerferien freuen: Endlich war ein Ende des schichtweisen Unterrichts in Sicht. In dem alten Gebäude, das 1834 als zweiklassige Schule gebaut und dann 1851 und in den 1890er Jahren erweitert wurde, standen für acht Klassen nur vier Räume zur Verfügung. Damals gingen 322 Kinder in Edewecht zur Schule, das waren rund 40 Kinder pro Klasse.




Raumsorgen


Die Raumsorgen waren damals groß. Zwar wurden in den 30er Jahren neue Schulgebäude in Süddorf, Edewechterdamm, Husbäke, Ahrensdorf und Wittenberge gebaut sowie die achtklassige Volksschule und ein Erweiterungsbau der zweiklassigen Volksschule in Jeddeloh II geplant, allerdings: „Der Zweite Weltkrieg unterbrach nicht nur diese Bauvorhaben, sondern machte in seiner Endphase die kaum zwei Jahrzehnte alten Schulbauten Süddorf u. Husbäke und die Schule Westerscheps dem Erdboden gleich“, berichtete die NWZ im Oktober 1951.



Der Gemeinderat hatte schon am 22. Mai 1930 den Entschluss für den Bau der achtklassigen Volksschule getroffen. 1935 wurde eine Baracke für eine Klasse hinter der Schule gebaut, 1939 sollte der Bau des neuen Gebäudes beginnen. Dann kam der Krieg. Wegen der hohen Kosten für den Wiederaufbau konnten die Pläne erst Anfang der 1950er Jahre wieder aufgegriffen werden.


Am 29. August 1952 wurde Richtfest gefeiert. Der Neubau mit zwei Gebäudeflügeln und einem Zwischenbau entstand auf dem bisherigen Gelände an der Hauptstraße östliche der alten Schule. Er sollte acht Klassenräume mit Nebenräumen umfassen, dazu waren eine Hauswartwohnung und Nebenlehrerwohnräume geplant. Die Schulbaracke auf dem Hof wurde zum Abbruch öffentlich meistbietend verkauft.



Neubau und Abriss


Ein Jahr später, am 8. Oktober 1953, war es dann soweit: Die neue Volksschule wurde eingeweiht. Landrat Harry Wilters wurde in einem NWZ-Bericht mit diesen Worten zitiert: Alle fünf anderen Gemeinden des Kreises seien erfreut, „daß Edewecht sich glücklich preisen darf, die schönste und größte Schule des Ammerlandes erhalten zu haben. Die Gemeinde Edewecht, die in den letzten Kriegswochen für uns alle so unendlich schwer hat leiden müssen, hat gut daran getan, daß sie in so vorbildlicher Weise ihre Schulraumprobleme gelöst hat.“


Bild: Ulf Middendorf


Am 13. November folgte die Grundsteinlegung für die neue Turnhalle auf dem Nordteil des Schulgeländes, die unmittelbar an die Volksschule anschließen sollte. Der nicht mehr benötigte und baufällige Altbau der Schule wurde 1954 abgerissen. Wie die NWZ berichtete, hatte die Gemeinde sich, anders als bei der Schulbaracke, gegen einen Verkauf entschieden und den Abriss selbst vorgenommen. „Es hat sich erwiesen, daß dies kein schlechtes Geschäft war.“ Es konnten dadurch 85.000 Steine gewonnen werden.

Nicht nur die Gemeinde und der Landkreis, auch die ausführenden Firmen waren mit der neuen Schule sehr zufrieden. So hieß es nach Fertigstellung in einer Anzeige: „Der schöne Bau aus bunten Bockhorner Klinkern mit seinem roten Dach aus heimischen Ziegeln wird für alle Zukunft ein Schmuckstück Edewechts sein.“



Mit freundlicher Genehmigung der Nordwest-Zeitung

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