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  • AutorenbildHeimatarchiv Team

Edewecht in alten Postkartenansichten, Teil 2 – Schwimmen lernen im Kanal

Die Philokartie bezeichnet das Sammeln und Erforschen alter Postkarten zu bestimmten Themen und erfreut sich einer gewissen Beliebtheit. Dank dieses Hobbys aber auch durch Dachbodenfunde und Nachlässe sind viele Ansichtskarten aus Edewecht erhalten geblieben. Sie geben faszinierende Einblicke in das ehemalige Ortsbild. In unserer neuen Reihe möchten wir Ihnen regelmäßig Motive aus der Sammlung des Heimatarchivs vorstellen.



„Gruß aus Husbäke i./Oldb“


Oben links: „Gaststätte Orth“


Hier ist das Wohn- und Geschäftshaus von Fritz Orth an der Breslauer Straße 1 zu sehen. Kurz nach der Währungsreform begannen Hanna und Fritz Orth mit dem Neubau des Gebäudes, in welches sie Ende 1951 einzogen, obwohl noch nicht alle Räume ausgebaut und nutzbar waren. 1954 und 1959 wurde die Gaststätte ausgebaut und ein neuer Saal errichtet. 1967 erfolgte eine Erweiterung des Gemischtwarengeschäftes und die Umstellung auf Selbstbedienung. Gleichzeitig erfolgte auch der Vorbau eines Clubzimmers. 1974 wurden noch ein zusätzlicher Saal und die Kegelbahn gebaut. 1990 wurde das gesamte Objekt verkauft. Heute ist das Gelände mit Mehr- und Einfamilienhäusern bebaut.


Oben rechts: „Flüchtlings-Durchgangslager“


Der erste Bauabschnitt der „Volkshochschule“ wurde 1926 eingeweiht. Am 1. April 1926 zogen die ersten Schülerinnen zu einem neunmonatigen Volkshochschulkurs ein. 1927 wurde hier ein Kindergarten für die Kinder aus Husbäke gegründet und ab 1928 Schwimmunterricht im Kanal angeboten. Im September 1928 kam das zweite Haus hinzu. Neben der Leiterin Bertha Ramsauer waren 1929 zwei Jugendleiterinnen und hauswirtschaftliche Lehrlinge angestellt. Im Jahr 1937 erwarb das Deutsche Frauenwerk (entgegen der Bedenken von Bertha Ramsauer) Grund und Boden des ehemaligen Volkshochschulheims und richtete nach Um- und Neubauten eine „Reichsheimmütter- und eine Reichsheimbräuteschule“ ein. Im März 1945 wurden die letzten Teilnehmerinnen der Mutterkurse entlassen und das Haus füllte sich mit Flüchtlingen. 1946 erfolgte die Einrichtung eines Behelfskrankenhauses im Obergeschoss des großen Gebäudes, während das Untergeschoss ein Altersheim war. 1953 erfolgte die Verlegung dieser Einrichtungen nach Sanderbusch. Später wurden die Gebäude dann als Durchgangslager für Flüchtlinge aus der damaligen Ostzone und Ost-Berlin genutzt.1972 kaufte die Firma MEICA das ganze Areal, um dort Arbeitnehmer/innen aus Spanien und der Türkei unterzubringen. 1989/1990 fanden Übersiedler aus der ehemaligen DDR hier Unterkunft und Arbeit bei MEICA. Heute stehen die Gebäude in Privateigentum und werden zu Wohnzwecken genutzt.


Unten links: „Teil der neuen Siedlung“

Die „neue Siedlung“, heute Breslauer Straße, wurde von 1951 bis 1954 erbaut. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1953. Die Anfänge der Breslauer Straße stammen aus dem 1. Weltkrieg, als russische Kriegsgefangene bei der Entwässerung des Moores eingesetzt wurden und im heutigen Verlauf der Straße die erste sogenannte „Pütte“ erstellten. Als Andenken an den damaligen Lagerleiter Bachmann nannte man dieses Stück über lange Zeit „Verlängerter Bachmannsweg“. Heute noch trägt die Verlängerung der Breslauer Straße bis zum Prinzendamm den Namen Bachmannsweg. Der heutige Bachmannsweg von der Husbäker Brücke bis nach Süd-Edewecht hieß zu der Zeit noch „Gerke Weg“.


Unten rechts: „Schulansicht“


Die Volksschule in Husbäke wurde am 02. August 1951 feierlich eingeweiht, nachdem in den letzten Kriegstagen die im Jahr 1925 erbaute Schule zerstört worden war und der Schulunterricht nach dem Krieg zunächst in einer Baracke stattfand. Neben 3 Klassenräumen befanden sich in dem Gebäude auch eine Hausmeisterwohnung und eine kleine Wohnung für eine Lehrkraft. Im Herbst des gleichen Jahres wurde dann auch das Lehrerwohnhaus neben der Schule von den Familien Einhoff und Becker bezogen. Ab 1968/1969 wurde die Volksschule in Grundschule Husbäke umbenannt. Das Gebäude wurde dann noch bis zur Auflösung am 31. Juli 1977 als Schule genutzt. Nach 1979 wurden die Gebäude der Schule für Zwecke des Kindergartens, der Feuerwehr und der Dorfgemeinschaft umgebaut und erweitert.


 


„Gruß aus Westerscheps i.O.“


Oben links: „Bäckerei und Handlung von Gerh. Meins“

Hier sieht man die Bäckerei und Handlung von Gerhard Meins an der Ecke Poststraße/Westerschepser Straße. Das Geschäft wurde bis in die 1990er Jahre von Josefa Meins betrieben und diente als Nahversorger für Westerscheps mit Lebensmitteln und Gemischtwaren.


Oben rechts: „Gefallenendenkmal“


Das Denkmal für die Gefallenen und Vermissten aus den beiden Weltkriegen der Bauernschaften Westerscheps und Wittenberge befindet sich an der Westerschepser Straße zwischen der GPS-Werkstatt (ehemaliges Schulgebäude) und der Hofstelle Oellien.


Unten links: „Mühle Kruse-Deeken“

Die Geschichte der Westerschepser Mühle reicht bis ins Jahr 1797 zurück. Nach mehreren Wechseln stand die Mühle seit dem 01. Mai 1906 im Besitz der Familie Kruse und wird jetzt von der Familie Frieder Deeken unterhalten. Aufgrund glücklicher Umstände wurde die Mühle im 2. Weltkrieg nicht zerstört. Auf dem Foto ist im linken Gebäudeteil noch der schräg nach oben verlaufende Riemenantrieb für die Saatgutreinigungsmaschine zu erkennen. 1951 wurde die Mühle durch einen Anbau erweitert.


Unten rechts: „Mühlenbrücke“


Auf diesem Foto ist die Mühlenbrücke zu sehen. Seinerzeit überspannte die Brücke die Aue noch etwas flußaufwärts in Richtung Osterscheps. Die Mühlenstraße verlief damals auch noch über das heutige Gelände der Westerschepser Mühle. Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde die Brücke von deutschen Soldaten gesprengt, um den Vormarsch der alliierten Truppen zu stoppen. Die Sprengung wurde mit dermaßen viel Dynamit vorgenommen, dass die Brückenteile über die Westerschepser Straße hinweg bis auf die gegenüberliegenden Felder flogen. Heute befindet sich an der Brücke ein Rastplatz mit Holzbank und Tisch für Radfahrer und Wanderer.


Quellen:

-Chronik Husbäke, Wilfried Kuhlmann von 2013 -Frieder Deeken und Werner Meinrenken

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