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  • AutorenbildHeimatarchiv Team

Edewechts Mühlen, Teil 7 - Die Joosten-Windmühle, Wahrzeichen von Edewecht

Diese Windmühle wurde durch den Hausmann Gerd Deye im Jahr 1830 als Galerie-Holländer auf dem hohen Edewechter Esch errichtet. Der Müller Grimm erwarb den Mühlenbetrieb kurz vor dem Jahr 1900. Bereits neun Jahre später erfolgte ein Besitzübergang auf Joosten. Auch die heutige Generation der Familie Joosten kann sich Eigentümer des motorbetriebenen Mahlbetriebes nennen - mit angegliedertem Landhandel und Gartenbedarf. Mehr als 115 Jahre konnte die geflügelte Mühle ihren Dienst verrichten. Auch das Getreide, u. a. von den umliegenden Eschfeldern, wurde hier zuverlässig verarbeitet. Als die Mühle noch ihren Mühlenkopf mit weit ausladenden Flügeln trug, galt sie nicht nur als stolzes Wahrzeichen Edewechts. Wegen ihrer besonderen Höhe von 36 Metern - bei aufragendem Flügel – wurde sie zu den höchsten Windmühlen im Oldenburger Land gezählt.


Mühle Joosten, ca 1930


Am 17. April 1945 zerstörte im Laufe der zähen Kampfhandlungen ein englischer Tiefflieger die Joosten-Mühle. Der alliierte Feind entdeckte in der oberen Mühle deutsche Soldaten, die hier ihren Ausguck unterhielten. Das Edewechter Wahrzeichen wurde mit Leuchtspurmunition in Brand geschossen. Zeitzeugen beobachteten nach dem Luftangriff zunächst eine gespenstische Ruhe, bevor züngelnde Flammen ihr Werk verrichteten. Der gesamte hölzerne Oberbau der einst stolzen Mühle stand bald voll in Flammen. Kurz darauf fiel der obere, brennende Mühlentorso mit lautem Krachen auf das direkt benachbarte Wohnhaus (Müllerhaus), wobei auch dieses schnell ein Raub der Flammen wurde.


Mühle Joosten, Luftaufnahme von ca. 1960


Familie Joosten verzagte nicht. Der Mahlbetrieb lief behelfsmäßig weiter, nachdem 1950 das Mühlenhaus, jetzt mit blechernem Dach, instandgesetzt worden war. Im Jahr 1962 wurde, u. a. vom Edewechter Unternehmer Brüntjen, der hohe markante Turm für die Vorratssilos aufgemauert. Die in der Mühle verankerten Antriebsmotoren liefen über Strombetrieb. Es wurde Jahrzehnte lang, u. a. im sog. Mahldienst, Roggenbackschrot für Bäcker gemahlen, dieses in Teilmengen von 500 – 600 Pfund. Verarbeitet wurde außerdem Weizenmehl. In der Hammermühle entstand Viehfutter durch das Mahlen von Getreide. Ende der 80er Jahre wurde der Mahlbetrieb eingestellt.


Heute wird noch Hafer für Pferde gemahlen. Investiert wurde von den Betreibern Silke und Peter Joosten im Jahr 1995. Durch diese Maßnahme entstanden ein neuer Laden für Landhandel, Haushaltsbedarf und Gartenartikel.

Standort der Mühle Joosten



Quellen: Bilder: Peter Joosten Karte: KommunalVerlag, Essen 1 : 15000


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